Alle guten Dinge sind 3 von Patrick
Mein Hausgewässer steht mir ab dem 01.01.12 leider nicht mehr zur Verfügung und so suchte ich bereits seit Anfang des Jahres nach einem oder mehreren neuen Gewässern.So war ich zu Beginn des Jahres mit Mirko an verschiedenen Teichen, welche auch alle einen guten Eindruck auf mich machten.
Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch liegt so nah?
Freunde von mir und meiner Frau haben ein Grundstück welches direkt an einen kleinen See reicht. Dieser kleine See mündet dann in einen größeren See, welcher von seinem Äußeren her sehr interessant zu sein schien. So verbrachte ich bereits mehrere Stunden an besagtem See, einfach nur um die Fische ausfindig zu machen. Schnell waren einige gute Stellen gefunden. Stellen an denen die Fische offensichtlich fraßen, auszumachen dadurch, dass dort große Blasenteppiche auftauchten. Auch sah ich immer wieder an bestimmten Stellen an der Oberfläche.
Anfang Juni hatte ich dann endlich mal wieder etwas Zeit und konnte 2 Nächte fischen. Nur wohin sollte ich fahren? Ich überlegte und wog die Vor- und Nachteile verschiedener Seen ab. Bis meine bessere Hälfte mir den entscheidenden Tipp gab, „Fahr doch einfach zu Angie!“. Stimmt, warum eigentlich nicht.
Also machte ich mich auf und brachte mein gesamtes Schleifzeug über den doch recht unwegsamen Zugang auf die kleine Halbinsel, welche glücklicherweise noch Eigentum unserer Freunde ist. Von dieser Halbinsel aus konnte ich sowohl den kleinen Teil als auch den großen Teil des Sees beangeln.Ich begann mir jetzt mal ein richtiges Bild mittels Echolot vom See zu machen. Ich fuhr als erstes die Stellen ab, die mir bei meinen Beobachtungen ins Auge gefallen waren. Das Resultat war allerdings ziemlich ernüchternd. Überall Unmengen Kraut und wenn kein Kraut da war, dann war sehr viel Holz vorhanden. Die Erkenntnis schränkte meine Platzwahl doch erheblich ein und so konnte ich in dem kleinen Seeteil lediglich eine Stelle befischen. Diese machte ich unter einer überhängenden Weide aus. In dem großen Seeteil fischte ich an einer kleinen Schilfbank, sowie vor 2 Büschen, welche weit ins Wasser ragten.Ich fütterte meinen Partikelmix und pro Stelle 2-3 Hände voll Boilies. In der ersten Nacht tat sich nicht wirklich viel, so dass ich relativ gut schlafen konnte. Gegen 7 wurde ich dann durch einen Vollrun aus den Träumen gerissen und nachdem ich meine Orientierung zurück erlangt hatte, stand ich auch sofort neben der Rute und setzte den Anhieb. Der Fisch hing aber schon im nächsten Moment tat sich nichts mehr. Der Fisch saß fest. Als ich dann mit dem Boot beim Fisch war, konnte ich auf dem Echolot sehen, dass ich am Abend zuvor etwas Wichtiges übersehen hatte. Holz! Nicht viel, aber leider auf der gesamten Breite meines Platzes. Dieses Holz kannte natürlich auch der Fisch und hatte sich genau das als Zuflucht ausgesucht. Ich bekam leider weder den Fisch noch meine Schnur frei. Gebissen hatte der Fisch im Übrigen auf einen einzeln angebotenen Pinky-Yellow-Cassis PopUp.
Gegen 9 machte sich dann meine Rute in dem kleinen Seeteil mit einzelnen Piepern bemerkbar. Ich stand bereits neben der Rute als der Swinger durchsackte. Ich schlug natürlich sofort an und hatte auch kurz Kontakt zum Fisch. Das war es aber auch. Als ich die Montage dann wieder bei mir hatte, prüfte ich den Haken auf Verwicklungen und Schärfe. Es war alles in Ordnung. Keine Ahnung warum der Fisch nicht gehangen hatte.Tagsüber konnte ich mit meiner Blinkerrute insgesamt 7 Hechte fangen, wovon der Größte ca. 90 cm lang war.
Die Karpfen ließen sich in der 2. Nacht leider nicht mehr auf meinen Plätzen sehen.
Anfang August fragte mich ein Freund ob wir nicht gemeinsam auf Karpfen ansitzen wollen. Na klar, war meine Antwort. Für die Gewässerwahl brauchte ich nicht lange. Ich hatte ja schließlich noch eine Rechnung offen. Diesmal wollte ich allerdings auf der gegenüberliegenden Seite mein Glück versuchen, denn ich wusste, dass es dort zwar mehr Kraut, dafür aber deutlich weniger Holz gab.
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Meine Futterstrategie gestaltete sich genauso wie schon Anfang Juni. Ich fütterte Stellen in Tiefen von 1,20 Meter bis 3,00 Meter. Ich bot die gefütterten Boilies als Bodenköder und auffällige PopUp’s an. Einen Pinky-Yellow-Cassies PopUp bot ich an einem kleinen Plateau auf ca. 2 Meter Tiefe an.
In der 2. Nacht gegen 4 Uhr Früh pfiff genau diese Rute ab und zwar mit Volldampf. Als ich nach wenigen Sekunden an der Rute war, war alles vorbei. Der Fisch hatte bereits soviel Schnur genommen, dass er mir die 15 Meter 60er Schlagschnur über eine große mit Muscheln besetzte Kante gezogen hatte und die geflochtene Schnur dahinter wie mit einem Messer durchgeschnitten wurde. Verdammt hallte es über den See.Ich dachte so bei mir, das 2. Mal am See, den dritten Lauf und du hast den Fisch wieder nicht bekommen.
Ziemlich enttäuscht fuhr ich wieder nach Hause und überlegte noch recht lange, was ich hätte anders machen sollen.
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Nur eine Woche später konnte ich wieder 2 Nächte fischen gehen und kurz entschlossen gesellte sich Mirko zu mir an den See. Wir suchten uns gute Stellen in Tiefen von 1,20 Meter bis 3,50 Meter. Da es sich bei diesem See um eine alte Baggergrube handelt, konnten wir uns über mangelnde Struktur nicht beklagen.In der ersten Nacht lag eine Rute auf einem kleinen Plateau, eine Rute lag unter überhängenden Bäumen. Die Stelle von der letzten Woche konnte ich nicht beangeln, da ich von meinem Platz aus nicht an sie ran kam. In der ersten Nacht tat sich auf meinen Stellen rein gar nichts. Am Tage befuhr ich erneut den See mit meinem Echolot und meiner Lotrute auf der Suche nach neuen Stellen. Ich entschied mich für einen Spot an einer großen Schilfbank, welche ich mir schon am Tag zuvor angeschaut hatte.
Dort fütterte ich meinen Partikelmix nebst Boilies (Monster Fisch Protein + Cream Tigernut) in einem L. So ging ich sicher, dass die Fische auf jeden Fall auf meine Köder treffen. An das Haar kam ein Monster Fisch Ananas PopUp mit einer Tigernuss obern drüber.Die zweite Rute legte auf der anderen Seite des kleinen Plateaus ab, wo ich in der Woche zuvor den Lauf verbuchen konnte. Als Köder wählte ich natürlich wieder einen einzelnen Pinky-Yellow-Cassies PopUp.
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Es war bereits gegen 23:30 Uhr und Mirko und ich hatten es uns schon auf unseren Bedchairs gemütlich gemacht, als sich die Rute an der Schilfbank mit vereinzelten Piepern meldete. Ich schenkte dem eigentlich nicht weiter Beachtung, da so etwas bei den letzten 2 Sessions die Regel war. Die Pieper wiederholten sich aber im Abstand von etwas 2 Minuten immer. Also stellte ich mich eine Weile neben meine Rute und beobachtete die Spitze. Nichts war zu sehen. Da nichts auszumachen war, legte ich mich kurzerhand wieder auf meine Liege. Als ich mich gerade wieder in meinem Schlafsack breit gemacht hatte, piepte es wieder auf diese Rute. Diesmal jedoch war es ein typisches Piepen, so als ob eine Fledermaus in die Schnur geflogen wäre. Allerdings hatte ich die Schnüre ja abgesenkt und es piepte auch nur an dieser einen Rute! Ich also wieder in meine Latschen. Ich sah sofort das der Swinger bereits wie festgenagelt direkt unter dem Blank hing. Ja dachte ich so bei mir, so hast du das Ding nicht eingestellt. In diesem Moment wurde der Swinger noch zweimal gegen den Blank geschlagen, bevor der Fisch dann endlich Schnur nehmen wollte. Ich also sofort an die Rute um mit leichtem aber bestimmtem Druck Kontakt zum Fisch aufzunehmen. Der Fisch hatte anscheinend noch nicht realisiert wie ihm geschah und so konnte ich ihn erst einmal einige Meter von der Schilfbank weg holen. Als er es endlich geschnallt hatte, dass er an meiner Angel hing, begann er nach rechts zu ziehen. Oh nein dachte ich so bei mir, da sind doch einige Stege und Bäume im Wasser. Ich also in mein Boot und in Richtung Seemitte, um den Fisch eventuell von den Stegen und Bäumen weg halten zu können. Nichts da, dachte sich der Fisch und zog voll in die Stege rein. Mit mehr Glück als Verstand konnte ich ihn allerdings durch diese Gefahrenstelle lotsen, um ihn anschließend gleich in die Bäume rauschen zu lassen. Mittlerweile stand ich mit dem Boot schon fast über ihm, konnte jedoch nicht weiter an ihn heran, da mich die Äste der Bäume behinderten. Da tat er mir einen großen Gefallen und kam allein aus den Bäumen heraus und schwamm ins Freiwasser, wo er sich dann endgültig verausgabte. Nach etwa 10 Minuten konnte ich ihn endlich über meinen Kescher führen. Meine Freude war riesig, denn es war immerhin mein erster Fisch seit mehr als einem Jahr. Aber nicht nur deswegen, nein auch weil ich mir selber bewiesen habe, dass in diesem See schöne Fische zu fangen sind, wenn man denn alles richtig macht.
Zurück an Land war dann auch Mirko auf meinem Platz und wir konnten den Spiegler wiegen. Die Waage zeigte mir glatt 10 Kilo an!Ich bestückte die Rute schnell mit neuer Schlagschnur und einem neuen Köder und dann parkte ich sie wieder an der gleichen Stelle.
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Gegen 04:00 Uhr vernahm ich in meinem Schlaf erneut Pieper. Es war die Rute an dem kleinen Plateau. Es piepte leider nur 2 Mal, also schlief ich weiter. Am Morgen sah ich dann, dass der Swinger viel weiter unten hing, als noch am Abend. Ich hatte also einen leichten Rückläufer „erlitten“. Als ich dann aber die Rute raus holen wollte, wurde sie von irgendetwas festgehalten und ich musste tatsächlich mit dem Boot raus, um nicht die Montage zu verlieren. Als ich am Ort des Geschehens war, wurde mir sehr schnell klar, dass die Montage fest hing, denn ich spürte deutlich wie etwas unter Wasser bis zu einem bestimmten Punkt nach gab. Ich zog kräftig und dann löste sich das Ganze. Es war eine alte Wurzel. Ich vermute das der Fisch in die Wurzel gelaufen ist, und sich dort den Haken wieder ausgehebelt hat. Das ganze passierte wieder mit einem Pinky-Yellow-Cassies PopUp!
Ja und so ging eine weitere Session, diesmal sogar mit Happy End, zu Ende. Ich werde weiter an diesem See dran bleiben, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass der See noch Überraschungen für mich bereit hält.
In diesem Sinne grüßt euch ganz herzlich
Patrick
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